LEONBERGER-ROULETTE
- verpasste Chancen der JHV 2010 -
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Die diesjährige Jahreshauptversammlung
des Deutschen Clubs für Leonbergerhunde am 11.04.2010 ist
vorüber und damit wieder eine Gelegenheit,
durch strengere und vermehrte Zuchtauflagen aktiv etwas für
eine gesündere Leonbergerzucht und die höhere Lebenserwartung
der Rasse zu tun.
Wieder hätte die Möglichkeit bestanden, neben der einzigen,
als Pflicht bestehenden HD-Untersuchung noch weitere Zuchtauflagen
als Bestandteil der Zuchtordnung zu beschließen, z.B. ED-,
Augen-, Herzuntersuchung und Gentest.
Wer
nun hoffnungsvoll und frohen Mutes im Vertrauen auf einen gesundheitsbewußten
Leonbergerclub das Protokoll der Jahreshauptversammlung danach
durchforstet, sucht leider vergeblich.
Dort kann man nämlich nachlesen, daß es wesentlich
wichtigere Tagesordnungspunkte abzuarbeiten gab, wie z.B. das
Verteilen zahlreicher Ehrennadeln an diverse Personen und gegenseitige
Beweihräucherung wegen besonderer Leistungen.
Das ist sicher schön und motivierend für die Menschen,
spielt aber für die Gesundheit der Leonberger-Hunde eine
eher untergeordnete Rolle.
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Weitere
überaus "wichtige" Punkte, wie den, daß
die Landesgruppe Brandenburg ab 2011 den Beitrag erhöhen
muß, werden abgehandelt - aber nicht etwa, weil man
Geld in eine bessere Gesundheit der Rasse investieren will
- Gott bewahre.
Der Hauptgrund ist das Steigen der Kosten für die Fachzeitschrift.
Mit Sicherheit kommt das den Hunden zugute, denn welcher
Leo, der auf sich hält,
will schon einen verblödeten, nicht informierten Halter
an seiner Seite wissen?
Die
meisten der folgenden Punkte drehen sich um Championate,
Ausstellungen und Beurteilungen - Äußerlichkeiten
eben.
Großzügig
wurde einstimmig verabschiedet, daß die Wurfpause
nach einem Kaiserschnitt 14 Monate betragen soll und daß
nach 2 Kaiserschnitten einer Hündin
die Zuchttauglichkeit erlischt.
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Auch diese Umgehensweise läßt
tief blicken.
Wird die Hündin bei dieser Entscheidung doch in erster Linie
in ihrer Funktion als Zuchttier gesehen, statt als Lebewesen,
dem ein Recht auf Unversehrtheit und achtungsvollen, verantwortungsbewußten
Umgang zu ihrem Besten zusteht.
Wir halten es für selbstverständlich, daß zum
Wohle der Leonbergerhündin, diese bereits nach dem ersten
Kaiserschnitt nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden sollte,
da - je nach Ursache - ein 2. Mal ein erhebliches Risiko für
die Hündin bergen kann.
Ernstzunehmende
Anträge und Änderungen gibt es gar nicht,
dem Antrag auf Erhöhung des Mitgliedsbeitrags wird natürlich
stattgegeben.
Die Prioritäten sind klar.
Die komplette traurige Ausbeute ist hier zu finden:
http://www.dclh.de |
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Desweiteren
ist das Folgende vom Präsidenten des DCLH zu lesen:
"Herr
Güllix betont, dass Deutschland als Mutterland des Leonbergers
eine tragende Rolle innerhalb der „Internationalen Leonberger
Union“ in der Zucht und in der Entwicklung der Rasse trägt." |
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Dieser Ausspruch mag zunächst erstaunen
und man fragt sich, wieso er der Ansicht ist, daß Deutschland
Vorreiter für eine verbesserte Gesundheit der Leonberger-Rasse
und positive Entwicklung in der Zucht ist, wo doch z.B. der Punkt
des
Polyneuropathie-Forschungserfolgs eindeutig an die Schweiz geht
und Frankreich das Land ist, das 2009 begann, Forschungen anzustellen
bezüglich der Vererbbarkeit von Knochenkrebs.
Nach nochmaligem Lesen fällt aber dann auf, daß er
das ja gar nicht gesagt hat.
Er hat betont, daß Deutschland eine tragende Rolle in der
Zucht und in der Entwicklung der Rasse trägt.
Da kann man nur sagen, wo er Recht hat, hat er Recht.
Deutschland als Mutterland der Rasse hat mit seiner Rolle in der
Zucht maßgeblich den Leonberger dahin gebracht, wo er jetzt
ist - von einer Lebenserwartung von ehemals über 12 Jahren
zu einer derzeitigen von 7,04 Jahren - von einem gesunden, robusten
und glücklichen Hund zu einem von Krankheiten gebeutelten.
Und der Verein sorgt weiterhin dafür, daß sich daran
nichts ändert, da man sich nach wie vor sträubt, die
Zuchtauflagen zu verschärfen und damit aktiv zu werden für
eine bessere Gesundheit der Rasse.
Auch in diesem Jahr hat die Jahreshauptversammlung die diesbezüglichen
Chancen ungenutzt verstreichen lassen und kann im Hinblick auf
das, was sie für die Leonbergerhunde auf die Beine gestellt
hat, durchaus als Farce bezeichnet werden.
Da bekommt der Ausspruch "Die tun nichts, die wollen nur
spielen." nochmal eine ganz andere Dimension.
Es
wird sich erst etwas zum Positiven verändern, wenn der Druck
von Außen groß genug wird und das geschieht erst dann,
wenn genügend Kaufinteressierte kritisch werden, nachfragen
nach allen wichtigen Untersuchungen der Zuchttiere und darauf
bestehen.
Denn wenn die Leonbergerhunde irgendwann von diesen Krankheiten
befallen sind,
sind es die Welpenkäufer, die die Kosten tragen und mit ihren
Hunden das Leid teilen und oft obendrein noch die Schuld an der
Misere zugeschoben bekommen.
Erst, wenn die Käufer sich weigern, Leonbergerwelpen zu erwerben,
bei deren Elterntieren keine Untersuchungen auf ED, Augen, Herz
und ein Gentest stattgefunden haben - ungeachtet dessen, ob sie
vom DCLH vorgeschrieben sind - wird der Verein eine Notwendigkeit
sehen, diese als Pflicht in die Zuchtordnung mit aufzunehmen.
Hier ist es wie überall - der Käufer bestimmt mit seinen
Ansprüchen und Forderungen die "Qualität des Produkts"
- ebenso mit der Weigerung, sich mit weniger zufrieden zu geben.
Es wird dringend Zeit, daß die Welpenkäufer sich dieser
Macht zur Einflußnahme bewußt werden und ihre Möglichkeiten
entsprechend nutzen - zum Wohle der Hunde und auch zu ihrem eigenen.
Wenn
man stattdessen warten will, bis der Leonberger-Club bereitwillig
diese Untersuchungen in die Zuchtauflagen integriert, bleibt leider
nur, mit Gedanken an die Leonbergerhunde, die bedauerlicherweise
selber keine Anträge in der JHV stellen und abstimmen können,
Heinrich Heine zu zitieren: |
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Denk
ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen. |
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