Knochenkrebs
(Osteosarkom)
Eigene Gedanken zu dieser grausamen Krankheit
Durch
unsere Arbeit mit den zahlreichen Leonbergerdaten aus den letzten
30 Jahren sind wir auf einige Eigenheiten und Regelmäßigkeiten
bezüglich der Krankheit aufmerksam geworden.
Wir sind keine Wissenschaftler oder Genetiker und können
unsere Vermutung nur an Hand der uns verliegenden Daten bestärken,
aber die Auffälligkeiten in Bezug auf den Erbgang dieser
tödlichen Krankheit sind deutlich ersichtlich . Der erbliche
Werdegang ist in vielen Leonbergerlinien klar nachzuvollziehen
und dies über mehrere Generationen.
Verfolgen wir diesen, dann kommen wir zu dem Schluß, dass
der Erbgang vielleicht rezessiv verläuft,
Deutlich mehr Rüden als Hündinnen werden von dieser
grausamen Krankheit heimgesucht, auch sind oft viele Leonberger
des gleichen Wurfes betroffen.
Diese Krankheit scheint kastrierte Hunde mehr zu betreffen, bzw.
der Krebs kommt in diesem Fall früher zum Ausbruch. Vielleicht
wirken sexuelle Hormone als Hemmstoff.
Der
Knochenkrebs ist eine recht aggressive Krebsart, welche in den
überwiegenden Fällen sehr kurzfristig zum Tod des erkrankten
Hundes führt. Amputationen waren bisher in keinem der uns
bekannten Fälle erfolgreich und meist mit unnötigen
Leiden für den Leonberger und auch den Halter verbunden.
Der Krebs streut recht zeitig und metastasiert in den meisten
Fällen in die Lunge und andere innere Organe. Durch die rasche
Metastasierung zeigen sich in vielen Fällen erste Symptome
in Lunge, Nieren, Milz oder Kehlkopf und eine Behandlung erfolgt
oft erst in diese Richtung. Einige der betroffenen Leonberger
erreichen ein Alter von 10 oder mehr Jahren. Daher werden Betroffene
oder Träger gar nicht erkannt, da diese Leonberger vor dem
Ausbruch des Knochenkrebses, an einer oder mehreren der anderen
zahlreichen Krankheiten des Leonbergers sterben.
Knochenkrebs ist die Todesursache Nummer Eins bei den Leonbergern
und dies leider schon seit Jahrzehnten, mit steigender Tendenz.
Derzeit stirbt ca. jeder 8.-9. Leonberger vorzeitig an Knochenkrebs.
Das ergibt theoretisch bei über 700 Leonbergerwelpen (deutschen
Ursprungs) immerhin jährlich fast 80 an Knochenkrebs erkrankte
Hunde – die Dunkelziffer ist sicher höher.
Bestimmt spielen auch andere Faktoren, wie weitere schwere Krankheiten
und Umwelteinflüsse, eine Rolle. Eine erbliche Disposition
ist aber nachvollziehbar und nach unserer Meinung der Hauptgrund
für einen Krankheitsausbruch.
Der Knochenkrebs tritt meist erst im mittleren oder hohen Alter
auf. Betroffene Leonberger oder Erbgutträger erreichen oft
ein, für diese Rasse, hohes Alter.
Züchterische Maßnahmen sind daher schwierig.
Auf Grund der Vertuschung und "Geheimhaltung" der betroffenen
Leos, ist eine vernünftige Auswahl und Selektion nicht möglich,
also wird diese Krankheit die Rasse noch ewig begleiten. Für
die Besitzer dieser knochenkrebskranken Leos meist ein kleines
bzw. kein Problem, man holt halt einen Neuen.
Die wahnsinnigen Schmerzen müssen allein die Hunde ertragen,
das sollte man nicht vergessen!
Schon vor über 10 Jahren erkannt:
Eine Untersuchung des Norwegischen Kennel Klubs (NKK) (Zeitraum
1989-1998) ergab bezüglich der Erkrankung Knochenkrebs bei
Hunden, dass es eine familiere Häufung gibt. Weiterhin, dass
beim Leonberger 1,5mal mehr Rüden als Hündinnen betroffen
sind. Der Krebs hat eine hohe Streuung. In 90% aller Fälle
hat er bei der Diagnose schon metastasiert.
Die Distribution von Knochentumoren in verschiedenen Altersgruppen:
unter 2,0 Jahre - 8,0%
2.1-6.0 Jahre -
24,0%
6,1 bis 10,0 Jahre -
49,3%
über 10,0 Jahre- 18,7%
Durchschnittsalter: 7,5 (was
viele Leonberger nie erreichen)
Quelle:
NKK 1999
Dieses
Ergebnis deckt sich mit unseren Daten. |