Heinrich
Essig lebte von 1808 – 1887 in Leonberg und genoss als
Stadtrat hohes Ansehen. Er züchtete neben Geflügel und
Kleinvieh auch gewerbsmäßig Hunde.
Da er gut mit Taler und Groschen umzugehen verstand,
brachte er im Jahr durchschnittlich 300 Hunde an den
Mann.
Ausgangspunkt ist die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Essig begann mit der Zucht mehrerer Rassen. In der Literatur
wird gerne die Legende angeführt, dass Essig einen löwenähnlichen
Hund züchten wollte, der dem Wappentier Leonbergs, einem
Löwen, ähneln sollte.
Um 1840 dürften die ersten Kreuzungsversuche stattgefunden
haben. Essig kreuzte eine schwarz-weiße Neufundländerhündin
mit einem so genannten „Barry-Rüden“ aus dem Klosterhospiz
Großer St. Bernhard. Aus dieser Verpaarung entstanden
schwarz-weiß gefleckte Jungtiere, die etwa die Größe
eines Bernhardiners erreichten und ließ sich die Nachkommen
über 4 Generationen untereinander fortpflanzen. |
| Essig
tauschte einen zweiten Bernhardiner-Rüden aus
dem Kloster St. Bernhard gegen zwei seiner Kreuzungshunde
um den erreichten Standard zu sichern. Der Abt
des Klosters berichtete ihm später, dass diese
beiden Junghunde mehr zu leisten vermochten als
ein Bernhardiner.
Bei seiner Neuzüchtung bevorzugte Essig viel
Weiß, deshalb kreuzte er einen Pyrenäen-Berghund
mit ein, den er selbst besaß, um die gewünschte
Farbe zu erhalten. Diese sehr großen Hunde kamen
in verschiedenen Farbschlägen vor, meist jedoch
mit langen weißen Haaren.
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Und so
erblickte der erste wirkliche „Leonberger“ das
Licht der Welt und machte die Stadt zur ältesten
urkundlich belegten Hundezuchtstätte Deutschlands.
Bereits kurze Zeit später wurden viele dieser
Hunde von Leonberg aus als Stadtsymbol in die
ganze Welt verkauft.
In dieser neuen Rasse war es gelungen, die hervorragenden
Eigenschaften des Bernhardiners, Neufundländers
und des Pyrenäen-Berghundes zu vereinigen. |
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| Essig
selbst schrieb 1877 an den Hundehändler Seyfahrth
in Köstritz: "Meine Hunde, die ich seit dem Jahre
1846 erziehe, sind eine gelungene Kreuzung von
dem Neufoundländer und dem ursprünglichen Hunde
vom St. Bernhardsberg, die ich seither mit dem
großen Wolfshunde aus den Pyrenäen - woher die
Bernhardiner stammen - verbessert habe; sie sind
die größte Rasse langhaariger Hunde, die neben
ihrer Größe noch Klugheit und Schönheit vereinigen." |
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Anlässlich
des Oktoberfestes in München wurden aus der Essigschen
Zucht Hunde vorgestellt über die die damalige
Presse berichtete: „Der Schönste dieser Hunde
war gelblich-braun mit schwarzen Schattierungen,
etwa wie ein Löwe und auch löwenartig in seinem
prachtvollen Wuchs.“
Der Verkauf der Hunde lief sehr gut und Essig
machte riesige Umsätze, da auch viele Prominente
solch einen stolzen Hund besitzen wollten. Österreichs
Kaiserin Elisabeth kaufte allein sieben Leonberger.
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| Napoleon III, der italienische
König Umberto, der englische Prince of Wales, der Zar
Russlands, Richard Wagner und Bismarck gehörten auch zu
Essigs Kunden. |
| Der erste Club für diese
Rasse wurde im Jahr 1891 mit Sitz in Berlin gegründet.
Jedoch konnte dieser und auch die folgenden Clubs nicht
verhindern, dass der Leonberger im Ersten Weltkrieg beinahe
ausstarb. Nach einem zweiten Tief während des Zweiten
Weltkriegs konnte die Rasse endgültig gefestigt werden.
Die beiden Weltkriege hätten fast das Ende des Leonbergers
bedeutet. Ein paar Liebhaber dieser familienfreundlichen
Rasse haben sich zusammengefunden um diese zu erhalten.
1922 wurde auch das erste Zuchtbuch erstellt. Inzwischen
gibt es weltweit verschiedene Leonberger-Vereine, die
sich der Zucht dieser großen Hunde annehmen. |
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Die gesamte
Leonberger-Vereins-Geschichte ist in der
„Leonberger-Chronik“ von Karl Meier dokumentiert.
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