Welpenkauf -
Ist wirklich Vertrauenssache


Immer wieder werden wir konfrontiert mit der Frage nach Leonbergerzüchtern, welche man für den Welpenkauf empfehlen kann. Diese Frage ist eigentlich unmöglich zu beantworten, da man den Menschen leider nur bis vor den Kopf schauen kann.

Um sich sein eigenes Bild von der Zucht zu machen,
sollte man seiner Auswahl folgende Kriterien zu Grunde legen:

 
 
- Wo leben die Zuchttiere?
Sind die Hunde nur als Welpen mit im Haus?
Wenn ja, bis zur wievielten Woche?

- Wo und wie sind die Welpen danach untergebracht
und mit welchen Außenreizen werden sie konfrontiert?

- Welche Dinge werden ihnen schon durch den Züchter nahegebracht und wie?
- Halsband/Geschirr, Leine, Bürsten, Autofahren, das Laufen auf verschiedenen Untergründen, etc.?
Lernen sie viele verschiedene Menschen kennen (Erwachsene/Kinder)?

Wie lange werden die Welpen gestillt und womit anschließend gefüttert?

Wie verhielt sich die Mutterhündin gegenüber den Welpen?
War sie ständig bei ihnen?

- Wieviele Leonberger leben bei den Züchtern, kann man der Hundeanzahl noch gerecht werden?
Gibt es gar Doppelwürfe, um Unkosten zu sparen?
In diesem Fall ist es bei einer hohen Welpenzahl wesentlich schwieriger bis unmöglich,
sich ausreichend um die Kleinen zu kümmern und ihnen alles mitzugeben,
was sie für eine gute Sozialisation brauchen.

- Welche Untersuchungen wurden bei den Elterntieren der Leonbergerwelpen durchgeführt?
Vorgeschrieben ist bisher nur die HD-Untersuchung.
Weitere gesundheitliche Untersuchungen sind eigentlich notwendig,
z.B. ED, Herz, Augen, LPN1-Gentest, eventuell Schilddrüse.

- Ist man den zukünftigen Leonbergerbesitzern gegenüber ehrlich?
Wichtig wäre hier die offene Nennung von Problemen in den Zuchtlinien beider Elterntiere
auf Anfrage durch den interessierten Welpenkäufer
- z.B. Vorkommen von Herz-, Krebs-, PN- und Schilddrüsenerkrankungen, Immunschwäche, Allergien, Fehlstellungen der Gliedmaßen, ED, Kryptorchismus,
Gebärmutterentzündungen, Probleme mit Hitze und/oder Scheinschwangerschaften,
Wesensschwächen wie z.B. Ängstlichkeit oder Aggression.

Zur Polyneuropathie gibt es seit dem 01.07.2010 einen Gentest (LPN1 Mutation).
Züchter und Besitzer können also seitdem ihre Leonberger auf diese Krankheit untersuchen lassen.
Unserer Meinung nach sollten Züchter längst alle Leonberger, welche heute zur Zucht eingesetzt werden, untersucht haben und das Ergebnis veröffentlichen.

Die Notwendigkeit, Leonberger, die LPN1-Träger sind, in der Zucht einzusetzen,
besteht unserer Meinung nach nicht, da es genug LPN1 freie Leonberger gibt
und es daher durch nichts zu rechtfertigen ist,
den Leos und ihren Familien das Risiko einer solchen Belastung zuzumuten.
Falls Züchter einen Zuchteinsatz mit Träger-Hunden
zur Erhaltung einer Leonbergerzuchtlinie doch für notwendig halten,
sollten sie so fair sein,
die aus solchen Würfen hervorgegangenen Welpen vor Abgabe an die neuen Besitzer
einem LPN1-Gentest zu unterziehen,
damit die Welpenkäufer selber entscheiden können,
ob sie das potentielle Risiko einer Erkrankung bei ihrem zukünftigen
Familienmitglied eingehen möchten oder nicht.
Auch hier ist es unabdingbar, mit offenen Karten zu spielen.

Daß auch bei LPN1-Trägern im fortgeschrittenen Alter
- sofern sie dieses erreichen -
Symptome der Polyneuropathie auftreten können,
ist bekannt, wird aber leider gerne heruntergespielt.

(Weitere Informationen zu LPN1)

Einen höheren Welpenpreis für LPN1-freie Welpen zu veranschlagen,
halten wir nicht für gerechtfertigt,
denn das würde bedeuten, daß die Kosten für den Gentest
auf die Welpenkäufer abgewälzt werden.
Außerdem sollte man davon ausgehen können,
daß die, vom Zuchtverband empfohlenen 1100,-Euro
für einen gesunden Welpen vorgesehen sind
und daß wichtige Untersuchungen
zur größtmöglichen Gewährleistung einer gesunden Zucht
nicht als "Sonderausstattung" zusätzlich berechnet werden.
Der Verkauf eines Welpen
sollte doch etwas Anderes sein und bleiben
als der Verkauf eines Autos.
Enorm hoch ist die moralische Verpflichtung und Verantwortung
in allererster Linie diesem kleinen Lebewesen gegenüber,
für dessen zukünftiges Leben mit der Zucht die Bausteine gelegt werden.


Leonbergerwelpen

Völlig problemlose Leonbergerlinien bezügl. Herz- und/oder Krebserkrankungen
gibt es leider heutzutage nicht mehr,
aber die oben genannten Informationen können Menschen, die einen Welpen suchen, helfen,
darauf zu achten, daß nicht in den Linien von Vater und Mutter des Welpen, für den sie sich interessieren,
dieselben Krankheiten vorkommen.
So können sie die Wahrscheinlichkeit, daß die, in den Linien vorhandenen Krankheiten
sich bei ihrem zukünftigen Familienmitglied zeigen, zumindest versuchen, zu minimieren.

Ausschließen kann man nicht, daß der Leonberger,
den man sich voller Hoffnung auf ein langes, gesundes Leben kauft,
gesundheitliche Probleme bekommt.
Aber wir haben versucht, Ihnen mit den Hinweisen in diesem Artikel
Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben, daß Sie zumindest Ihrerseits alles tun können,
damit dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann und wünschen Ihnen alles erdenklich Gute dafür.

Leonberger-Welpen

 
23.01.2011 (04.02.2011 - LPN1 Bereich ergänzt)