SCHEIDEWEG - ENDE ODER NEUANFANG DER LEONBERGERZUCHT ?

 
Es ist allgemein bekannt, dass bei der Gesundheit der Leonberger Hunde dringend Handlungsbedarf besteht. Jahrelange Zucht auf Schönheit, aus rein finanziellen oder egoistischen Gründen haben diesem wunderbaren Hundetyp arg zugesetzt. Der größte Teil der Züchter entschuldigt sich damit, bzw. beruft sich darauf, dass es bei anderen großen Hunderassen ähnlich aussieht.
 
Die Vererbung von Krebs wird vehement abgestritten und als nicht wissenschaftlich belegt abgewiesen. Als Hauptursache für die häufigen Krebserkrankungen werden meist Umwelteinflüsse und Ernährung genannt. Sicher beeinflussen auch diese den Ausbruch der Krankheit, aber sie sind nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund, bzw. die Ursache ist die vererbte genetische Disposition, denn sonst müßten durch die Verbesserung z.B. der Schadstoffbelastung in Luft und Umwelt (Einführung von Kats, Filtersystemen, strengeren Auflagen bezügl. Feinstaubbelastungen und Schadstoffen in Baumaterialien, Teppichen, Möbeln, etc.), ausgereiftere Zusammensetzung der Hundenahrung und Verbesserug der medizinischen Versorgung in den letzten 30 Jahren, die Krebserkrankungen deutlich zurückgehen. Das tun sie aber nicht, im Gegenteil.
Auch fällt auf, dass zum Beispiel beim Knochenkrebs (Leonbergerkiller Nr.1) fast komplette Würfe an dieser Krankheit sterben, obwohl diese Hunde an völlig verschiedenen Orten unter völlig unterschiedlichen Bedingungen aufwachsen. Ebenso ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Krebs sich oft wie ein roter Faden durch die Linien zieht, manchmal mit Pausen über 1-2 Generationen, um dann wieder aufzutauchen. Todesursachen werden gerne verschwiegen oder entsprechen zum Teil sicher nicht dem tatsächlichen Grund.
 
Wie kann man dem Leonberger Hund nun helfen?
Der Grundstein für ein züchterisches Eingreifen ist eine offene und ehrliche Analyse der Leonbergerlinien, von den Ahnen bis zu den Welpen.
Vorher ist kaum eine zuchtlenkende Maßnahme zur Verbesserung möglich.
Es sind gerade mal ca. 2% der gesundheitsrelevanten Daten der Leonberger bekannt - einerseits, weil sich viele Leonbergerbesitzer nicht an der Sammlung und Offenlegung beteiligen und andererseits, weil die Züchter viele Informationen flach halten, um nicht in ein schlechtes Licht zu geraten oder weil man in einigen Fällen finanzielle Verluste vermeiden will. Öffentlich bekannt gegeben werden hauptsächlich die Handvoll älterer Leonberger, die Problemfälle aus derselben Linie werden oft einfach "vergessen".
 
Eine züchterische Verbesserung ist mit Sicherheit in kurzer Zeit nicht machbar, aber langfristig möglich, wenn alle an einem Strang ziehen. Krebslinien sollten nicht miteinander verpaart werden, was wiederum der oben genannten Analyse der Linien bedarf.
 
Leonberger
 
Derselbe Verfahrensweg ist auch bei den herzkranken Leonbergerlinien unumgänglich, denn Herz/Kreislauf ist die zweithäufigste Todesursache beim Leonberger.
 
Auch PN ist auf dem Vormarsch und sollte bei der Datenerfassung unbedingt berücksichtigt werden.
 
Parallel hierzu ist eine Erweiterung der Zuchtauflagen sinnvoll und in diesem Rahmen die Vorlage eines DNA-Nachweises für die, zur Verpaarung vorgesehenen Hunde, wie wir bereits mehrfach an verschiedenen Stellen erwähnt haben.
Desweiteren wäre es hilfreich, dringend über die Einkreuzung einer ähnlichen, gesünderen und stabileren Rasse nachzudenken, um die Leonberger diesbezüglich aufzufrischen und zu stützen.
 
Wenn möglichst viele mitmachen, können wir uns gemeinsam auf den Weg machen
zu einer gesünderen Leonbergerzucht.
 
Also helft mit
- PRO LEONBERGER -
jede, den Tatsachen entsprechende Info und Leonbergergeschichte zählt.